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Blasenkrebs – oft nur zufällig entdeckt

von menscore
© 7activestudio - Fotolia.com
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Der Krebs der Harnblase macht als vierthäufigste Krebsart des Mannes kaum typische Symptome und wenn, dann auch nur sehr spät. Vor allem Raucher und Männer, die in der Gummi-, chemischen oder Pharma-Industrie arbeiten, sollten besonders wachsam sein. 

Harnblasenkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung, die die Harnwege betreffen kann. Urologen machen deshalb darauf aufmerksam, dass der Krebs in der Blase oft ohne typische Symptome wächst. „Ein gesetzliches Früherkennungsprogramm gibt es zurzeit nicht“, sagt der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. (BDU), Dr. Axel Schroeder. „Auch verschiedene Blasenkrebs-Schnelltests, die seit einiger Zeit Schlagzeilen machen, sind noch nicht weit genug entwickelt, um für ein generelles Screening in der Bevölkerung geeignet zu sein.“ Umso wichtiger sei eine Früherkennung für Personen mit einem hohen Erkrankungsrisiko.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr ca. 29.000 Personen an Harnblasenkrebs. Im Jahre 2010 waren über 21.500 Männer und 7.240 Frauen von Harnblasenkrebs betroffen. Damit erkranken Männer fast dreimal so oft wie Frauen. Beim Mann stellt Blasenkrebs die vierthäufigste Krebsart des Mannes dar, das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt 72 Jahre. Allerdings können auch jüngere Männer erkranken. 

Das Harnblasenkarzinom macht untypische Symptome 

Symptome des Harnblasentumors sind Blut im Urin, Schmerzen und Probleme beim Wasserlassen, allerdings treten sie oft erst spät auf und können auch gänzlich andere Ursachen haben. Urologe Schroeder: „Häufig wird der Tumor als Zufallsbefund etwa bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt, überwiegend in frühen Stadien. Dennoch sind etwa 25 bis 30 Prozent der Tumore bei Diagnosestellung nicht mehr oberflächlich, sondern bereits in die Blasenmuskulatur eingewachsen oder haben auf andere Organe übergegriffen.“

Risikofaktoren für Harnblasenkrebs

Hauptrisikofaktor für Harnblasenkrebs ist Tabakkonsum. Dreißig bis 70 Prozent aller Blasenkrebserkrankungen sind nach Angaben der Deutschen Krebshilfe auf Zigarettenrauchen zurückzuführen.

Auch der Kontakt mit krebserregenden Stoffen, wie etwa den aromatischen Aminen, die in der Gummi-Industrie, in Farben und in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zum Einsatz kommen, erhöht das Risiko. War der dauernde Kontakt berufsbedingt, wird die Erkrankung auch als Berufskrankheit anerkannt.

Chronische Harnwegsinfekte und bestimmte Medikamente sind weitere Risikofaktoren. Und auch genetische Faktoren sind wahrscheinlich, da familiäre Häufungen beobachtet werden. Gezielte Früherkennung für diese Risikogruppen hält der Präsident des Berufsverbandes für sinnvoll.

Diagnose von Harnblasentumoren

Schnelltests auf urinlösliche Blasenkrebsmarker kommen bei der Früherkennung inzwischen zum Einsatz und können die Diagnostik ergänzen. „Während herkömmliche Tests nur ‚positiv’ oder ‚negativ’ anzeigen, können die neuesten Verfahren die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tumor in der Harnblase vorliegt, quantifizieren“, sagt Dr. Gerson Lüdecke, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie an der Universität Gießen. Eine Blasenspiegelung zur sicheren Diagnostik können aber auch sie nicht ersetzen.

Vor freiverkäuflichen Blasenkrebs-Schnelltests warnen die Experten. „Die Früherkennung von Harnblasenkrebs gehört in die Hände eines erfahrenen Urologen“, so Experte  Schroeder.

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