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Blut im Urin – Ursachen und Abhilfe

von menscore
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
© Alexander Raths - Fotolia.com
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Blut im Urin ist immer ein Grund, zum Arzt zu gehen. Zwar kann auch „nur“ ein Harnwegsinfekt dahinter stecken, aber eben auch ernstere Krankheiten.

Nicht immer ist Blut im Urin auch sichtbar. Ist die Menge so gering, dass sie nur unter einem Mikroskop feststellbar ist, wird nur der Arzt im Rahmen anderweitiger Untersuchungen darauf aufmerksam werden.

Blut im Urin immer ärztlich abklären lassen

Sichtbare Blutbeimengungen im Urin können für den Betroffenen alarmierend sein, auch wenn nicht zwangsläufig von gravierenden Ursachen ausgegangen werden muss. Dennoch sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn Blut im Urin kann auch auf größere Gesundheitsprobleme hinweisen. Die Ursachen für rötlich verfärbten Urin sind meist bei Nieren, Prostata oder den Harnwegen zu suchen. Bei Blut im Urin, das mit bloßem Auge sichtbar ist, wird von Makrohämaturie gesprochen.

Erkrankungen von Harnröhre, Blase oder Harnleiter als Ursache für Blut im Urin

Harnwegsinfekte wie Blasen- oder Harnröhrenentzündungen können zu Blut im Urin führen. Bakterien oder andere Erreger suchen sich über die Harnröhre ihren Weg in die Harnblase und führen dort zu Reizungen und Entzündungen. Zwar sind vor allem Frauen betroffen, da sie über eine kürzere Harnröhre verfügen als Männer und Bakterien es leichter haben, in die Harnblase vorzudringen. Aber auch Männer können Blasen- und Harnröhrenentzündungen haben mit Symptomen wie verstärkten Harndrang und Brennen beim Wasserlassen. Betroffene leiden zudem meist unter Unterleibsschmerzen, der Urin wird trübe oder verfärbt sich.
Blutiger Urin kann auch bei Blasen- und Harnleitersteinen auftreten. Wenn Kristalle und andere Harnbestandteile Harnsteine formen und sich in Niere oder Blase absetzen, können diese vom Harn in Blase, Harnleiter oder Harnröhre transportiert werden. Harnsteine können durch den Urin ausgeschwemmt werden. Passiert dies nicht, kommt es zu einer Reizung der Schleimhäute von Blase oder Harnleiter. Dies kann zu starken Schmerzen führen, vor allem im Unterbauch.
Und auch eine bösartige Tumorerkrankung der Blase kann eine weitere Ursache für Blut im Urin sein. Auf ein Blasenkarzinom können weiterhin auch Blasenkrämpfe und ein gesteigerter Harndrang hinweisen.

Auch Nierenentzündungen können Blut im Urin verursachen

Verschiedene Erkrankungen der Niere bringen blutigen Urin als ein Symptom mit sich. Dazu gehört die Nierenbeckenentzündung, die entstehen kann, wenn Bakterien und andere Erreger bei einer Blasenentzündung über den Harnleiter ins Nierenbecken gelangen. Betroffene klagen u. a. über Schmerzen beim Wasserlassen und häufigen Harndrang, auch hohes Fieber ist möglich, ebenso wie Schmerzen in einer Körperseite.
Weitere Niereninfektionen, bei denen Blut im Urin auftreten kann, sind die Nierenentzündung und Nierensteine. Bei Nierensteinen setzen sich Kristalle und andere Bestandteile in den Hohlräumen der Niere ab. So können sich steinartige Ablagerungen bilden, die je nach ihrer Größe, zu Beschwerden führen können. Sehr kleine Steine lassen sich mit dem Urin ausscheiden. Problematisch wird es bei größeren Nierensteinen, die sich lösen und im Harnleiter festsetzen können. Das wiederum kann zu einer Nierenkolik führen. Betroffene leiden dann meist unter Schmerzen u. a. im Rücken und Unterbauch sowie unter Übelkeit und Erbrechen. Bei größeren Nierensteinen ist meist ein chirurgischer Eingriff nötig, um sie zu entfernen.
Bei einer Nierenentzündung werden die winzigen Filter der Nieren beschädigt. Schaumiger, bräunlich verfärbter oder blutiger Urin kann auf eine Nierenentzündung hinweisen, ebenso wie Schwellungen im Gesicht, an denen Beinen oder dem Bauch.
Es gibt noch weitere Nierenerkrankungen, die ebenfalls zu einem blutigen Urin führen können, darunter Nierenvenenthrombose, Niereninfarkt und Nierentuberkulose. Auch Nierenverletzungen, wie sie durch Unfälle, Stöße oder auch operative Eingriffe verursacht werden können, zeichnen sich durch blutigen Urin als eines ihrer Symptome aus. Daher ist es besonders wichtig, dass Betroffene sich an einen Arzt wenden, um die genauen Ursachen des verfärbten Urins abklären zu lassen.

Weitere Ursachen bei Männern

Speziell bei Männern kann blutiger Urin noch weitere Ursachen haben. Möglich ist, dass eine Entzündung der Prostata vorliegt, ob akut oder chronisch. Eine solche Entzündung wird meist durch Bakterien hervorgerufen, die über die Harnwege in die Prostata gelangen. Männer sollten zudem Früherkennungsuntersuchen in Anspruch nehmen, um auszuschließen, dass sich ein bösartiger Tumor in der Prostata entwickelt hat, denn auch Prostatakrebs führt zu blutigem Urin. Weitere, wenn auch seltenere Ursachen bei Männern können auch Prostatavarizenblutung und eine Samenblasenentzündung sein.

Wodurch Blut im Urin noch verursacht sein kann

Zu Blut im Urin kann es auch durch Erbkrankheiten oder ein zu hartes sportliches Training kommen. Vor allem Läufer können hiervon betroffen sein. Die genauen Ursachen hierfür sind nicht bekannt, Ärzte gehen von unterschiedlichen Möglichkeiten aus, warum sich Urin bei manchen Sportlern blutig verfärbt, darunter Wassermangel oder eine Verletzung der Blase.
Und schließlich kann auch ein Trauma oder die Einnahme mancher Medikamente als unangenehme Nebenwirkung einen blutigen Urin mit sich bringen, dazu gehören u. a. bestimmte Krebsmedikamente.

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