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Intimrasur – Risiko für Geschlechtskrankheiten?

von menscore
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
© SENTELLO - Fotolia.com
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Die Intimrasur gehört für viele Männer und Frauen zur regelmäßigen persönlichen Pflege einfach dazu. Hygienische und ästhetische Gesichtspunkte sind die Hauptgründe dafür. Laut Studien erhöht das Intim-Waxing allerdings die Gefahr für eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten.

Besonders durch das öffentlich vermittelte Schönheitsideal wird immer wieder hervorgehoben, dass eine Komplettenthaarung dem natürlichen Wuchs vorzuziehen sei – auch und gerade wenn es um die intimsten Stellen des Körpers geht. 

Neue Studien legen jetzt jedoch den Schluss nahe, dass Brazilian Waxing und ähnliche Formen der Haarentfernung im Intimbereich der Ausbreitung von gefährlichen Infektionen sehr zuträglich sein können. So konnte festgestellt werden, dass Personen, die sich regelmäßig den Intimbereich enthaaren, drei- bis viermal häufiger unter einer sexuell übertragbaren Infektion wie Herpes oder Syphilis leiden. Ein direktes Ursache-Wirkungs-Verhältnis zwischen der Pflege des Intimbereichs und sexuell übertragbaren Infektionen konnte durch die Studie zwar nicht aufgezeigt werden. Vielmehr wollte man lediglich eine Verbindung zwischen diesen Faktoren ergründen.

Führende Forscher aus Texas haben 7.580 US-Bewohner im Alter von 18 bis 65 über deren Pflege-Rituale, ihr Sexualverhalten sowie eventuell bereits früher vorhandene Geschlechtskrankheiten befragt. Beinah drei von vier Teilnehmern berichteten, dass sie ihr Schamhaar schon mal entfernt hatten. Frauen (84 Prozent) lagen hier anteilsmäßig vor den Männern (66 Prozent). Nicht gänzlich unschuldig ist hieran auch die sich über die letzten Jahre veränderte öffentliche Wahrnehmung, was die Rolle der Körperbehaarung hinsichtlich Sauberkeit und Attraktivität betrifft. Glatte Haut wird bevorzugt. Und auch der Intimbereich bleibt von diesem Trend nicht verschont. So konnten im Rahmen der Studie auch 17 Prozent der Befragten als „extrem“ eingestuft werden, was das Entfernen ihrer Intimbehaarung angeht – mehr als elf Mal im Jahr widmeten sie sich der Komplettenthaarung. 22 Prozent der Befragten griffen sogar täglich oder wöchentlich zu Rasierer, Wachs oder anderen Haarentfernungsmitteln.

Personen, die der „Extrem“-Gruppe zuzuordnen sind, hatten ein vierfach erhöhtes Risiko für eine sexuell übertragbare Infektion. Bei den Teilnehmern, die alle Schamhaare wöchentlich oder täglich entfernten, stieg das Risiko um das 3,5-fache. Eine mögliche Erklärung fanden die Wissenschaftler darin, dass sich Infektionen leichter verbreiten können, wenn es durch die Intimpflege zu winzigen Schnitten, Kratzern oder Rissen in der Haut kommt. Die Haut wird also insgesamt anfälliger für Bakterien und andere Krankheitserreger. Natürlich sollte auch stets auf die Einhaltung der nötigen Hygiene geachtet werden, wenn eine Komplettenthaarung durchgeführt wird. Dies gilt sowohl zu Hause, als auch in professionellen Kosmetikstudios, die entsprechende Waxing-Behandlungen anbieten.

Zugleich wird aber auch angeführt, dass die Personen, die sich häufiger der Rasur ihres Intimbereichs widmen, meist auch sexuell aktiver sind. Dadurch steigt das Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten ebenfalls. Insgesamt konnte also festgestellt werden, dass Personen, die der Enthaarung ihres Intimbereichs zugeneigt sind, eher jünger und sexuell aktiver sind. Zudem haben sie mehr Sexualpartner als diejenigen Studienteilnehmer, die sich nicht enthaaren.

Doch auch ein klarer Vorteil lässt sich für die Intimrasur anführen. Das Risiko, unter Schamläusen zu leiden, verringert sich. Wer sich nie oder nur sehr selten rasiert, erhöht das Risiko für die sogenannten Filzläuse immerhin um ein Doppeltes.

 

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