Aktuell ProstataProstatavergrößerung Arterienverschluss verkleinert die Prostata

Arterienverschluss verkleinert die Prostata

von menscore
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
© Jonathan Vasata - Fotolia.com
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Der Verschluss von Arterien in der Prostata soll laut einer neuen US-Studie eine nicht-operative Therapieoption für Männer mit vergrößerter Vorsteherdrüse darstellen.  

Bei dem Verfahren, das Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) genannt und ambulant durchgeführt wird, schiebt der Urologe einen Katheter über eine Beinarterie in die Prostata, die auch eben von dieser Arterie versorgt wird. In der Prostata angekommen, injiziert er über den Katheter unter Kamerasicht winzige Kügelchen in die Arterie der Drüse.

Diese Kügelchen verhindern vorübergehend den Blutfluss in die Prostata. In der Folge schrumpft das Organ, und mit ihm auch die Beschwerden, sagt der Studienleiter Dr. Sandeep Bagla, Radiologe am Inova Alexandria Hospital in Virginia, USA. Die Volumenabnahme der Vorsteherdrüse wirke sich direkt auf deren Druck auf die Harnröhre aus. Und: Wenig Druck hier bedeutet freien Fluss für den Harn. Und die typischen Folgekomplikationen wie Impotenz und Inkontinenz, von denen die Prostatavergrößerung begleitet wird, scheine diese Technik nicht zu haben, so Bagla.

Der Mediziner ist von seiner Methode begeistert. Viele Männer lehnten die aktuellen Behandlungen wegen der Risiken ab. Aber im Vergleich dazu sei die PAE ein Kinderspiel, schwärmt er. Vierundneunzig Prozent der derart behandelten Männer (17 von 18) hatten seinen Angaben zufolge einen bedeutenden Rückgang der Symptome einen Monat nach dem Eingriff verzeichnet. Große Komplikationen seien nicht berichtet worden.

Bisher sei das Verfahren nur ein Teil seiner Studie – es handelt sich um eine kleine Studie, die sich in einem frühen Stadium befindet, und von den insgesamt zu behandelnden Patienten wurden erst 18 behandelt, weitere 12 sollen noch folgen – aber auch einige andere Radiologen hätten angefangen nach der Methode zu arbeiten, so der US-amerikanische Arzt. 

In Deutschland nicht durchgesetzt

Jeder zweite Mann über 50 hat eine vergrößerte Prostata, was teilweise zu starken Beschwerden führen kann. Normalerweise ist die Vorsteherdrüse etwa so groß wie eine Kastanie und macht sich kaum bemerkbar. Wenn sie aber wächst, breitet sie sich zwangsläufig nach „innen“, Richtung Harnröhre aus, da sie nach außen durch ihre derbe Hülle begrenzt ist. Und eine Volumenzunahme nach innen bedeutet die Einengung des Harnleiters, der mitten durch die Prostata verläuft. Während bei einigen Männern mit einer vergrößerten Prostata keine bis wenige Symptome auftreten, leiden andere unter häufigem Harndrang, auch nachts, und schwachem Harnstrahl.

Es gibt zwar eine Reihe von Behandlungen für die gutartige Vergrößerung der Prostata, einschließlich Medikamenten und Chirurgie. Eine weitere Therapieoption, die genauso gut ist, nicht die typischen Folgekomplikationen hat und ambulant durchgeführt werden kann, wäre also durchaus ein Gewinn.

Ob es sich bei der Embolisation von Prostata-Arterien tatsächlich um eine solche Option handelt, ist jedoch nicht gesichert. In Deutschland werden Versuche zur Schrumpfung der Prostata bereits seit Jahren durchgeführt. Allerdings haben sie sich nicht durchsetzen können. Ob die Arbeit von Bagla, die die erste zu dieser Methode in den USA ist, erfolgversprechendere Ergebnisse bringt, bleibt abzuwarten, bis die Studie abgeschlossen ist.

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