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Mehr Testosteron im Schlaf

von Julia Hofmann
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
© olly - Fotolia.com
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Manneskraft und Muskelkraft hängen nicht nur bei jüngeren Männern mit dem Schlaf zusammen. Auch ältere Männer profitieren im Schlaf – wenn die Nachtruhe nur ausreichend lang und erholsam ausfällt. Aber Achtung: zu viel Schlaf hat den gegenteiligen Effekt!

 

Im Alter nehmen das männliche Geschlechtshormon Testosteron und damit zusammenhängend auch die Muskelmasse ganz natürlich ab. Allerdings gibt es individuelle Unterschiede im Ausmaß, und auch der Lebensstil nimmt bekanntlich Einfluss. Japanische Forscher entdeckten nun, dass Schlaf ein ganz entscheidender Faktor ist, wenn  es um die Höhe der Testosteronwerte und die Muskelmasse geht.

Die Höhe des Testosterons bei Männern unterliegt einem zirkadianen Rhythmus. Die japanischen Wissenschaftler wollten wissen, ob und wie stark der Schlaf bzw. die Schlaflänge oder Schlafstörungen Testosteronwerte älterer Männer beeinflussen. Sie untersuchten dafür in einer Studie 1.274 Männer, die über 65 Jahre alt waren. Neben den Testosteronwerten interessierten sich die Forscher auch für Muskelmasse, Muskelkraft und Gehgeschwindigkeit in Zusammenhang mit dem Schlaf.

 

Zu viel Schlaf, weniger Testosteron

Sie bestimmten die morgendlichen Testosteronwerte der Männer mit einem Spektrometer und erfragten die Schlafdauer sowie subjektive Schlafstörungen beim Einschlafen oder  Durchschlafen. In weiteren Untersuchungen und Tests maßen sie die Muskelmasse und die Muskelkraft anhand der Stärke des Handgriffes und die Gehgeschwindigkeit.

Es zeigte sich, dass die Testosteronwerte mit der Länge des Schlafes zunahmen, allerdings nur bis zu einer Grenze von 9,9 Stunden Schlaf. Wer mehr schläft, muss offenbar wieder mit einem Abfall des Testosterons rechnen, heißt es im „Journal of Post-acute and Long-Term Care Medicine“ . Die Beziehung zwischen Schlafdauer und Testosteronwerten ist demnach U-förmig. Ein ähnlicher Zusammenhang zeigte sich auch zwischen der Schlafdauer und der Muskelmasse und Muskelkraft. Zuviel Schlaf käme älteren Männern also auch nicht zugute.

Männer, die früher zu Bett gingen, wiesen zwar höhere Testosteronwerte auf, dafür war aber ihr Händedruck (also die Muskelkraft) weniger stark. Frühaufsteher hatten mehr Muskelmasse, aber leider deshalb nicht mehr Kraft oder eine höhere Gehgeschwindigkeit als Männer, die gerne früh schlafen gehen.

 

Schlafprobleme: Muskelmasse und Kraft können leiden

Weder Einschlafstörungen noch Schlafstörungen ließen sich mit veränderten Testosteronwerten in Zusammenhang bringen, doch wiesen Männer, die sich mit dem Einschlafen schwer taten, eine geringere Muskelmasse auf. Sie hatten zudem weniger Kraft und eine langsamere Gehgeschwindigkeit. Auch Schlaflosigkeit war mit einer geringeren Muskelkraft und einer verringerten Gehgeschwindigkeit verbunden. Die Muskelmasse aber war nicht beeinträchtigt.

Was heißt das aber für alternde Männer? Wie frühere Studien auch schon bei jüngeren Männern zeigten, beeinflusst die Schlafdauer den  Testosteronspiegel. Dass der Testosteronspiegel in dieser Untersuchung bei einer Schlafdauer von mehr als 9,9 Stunden wieder abfiel, lässt nach der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie(DGE) möglicherweise den Schluss zu, dass sehr lang schlafende Männer die biologisch älteren Männer sind. Mit einer Zunahme des biologischen Alters nehmen auch die Hormonwerte ab. Dagegen sprechen allerdings die  Befunde aus einer anderen Untersuchung bei jüngeren Männern. Ihr Testosteronwert nimmt demnach schon ab, wenn sie mehr als acht Stunden schlafen.

Festhalten lässt sich, dass sich überlange Schlafzeiten bei jungen wie älteren Männern nicht positiv auf den Hormonspiegel auswirken. Ein ausreichend langer und erholsamer Schlaf dürfte für Männer jeden Alters von Vorteil sein  – und das nicht nur in Bezug auf das Testosteron, die Muskelmasse und Muskelkraft. 

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