Verhütungsmethoden
Geändert am: 09. März 2020

Neue Superspritze oder alles beim Alten?

Written by menscore Published in Verhütungsmethoden
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Neue Superspritze oder alles beim Alten? © Marin Conic - Fotolia.com

Immer wieder in den Schlagzeilen, aber nach wie vor nicht im Einsatz: Die Anti-Baby-Spritze für IHN soll die Familienplanung erleichtern und neue Freiräume bei der Verhütung öffnen. Doch die Erwartungen in den kleinen Pieks bleiben unerfüllt. Woran das liegt und welche Alternativen es gibt...

Schließlich soll, was sonst immer die Frau tun muss, auch der Mann tun können. Soweit die Theorie. In der Praxis ist aber die Spritze für den Mann wohl endgültig vom Tisch, oder aber zumindest für eine ganze Weile. Denn der Verband Forschender Arzneimittelhersteller und die WHO haben die hierzu laufenden Studien abgebrochen.

Der Grund: Was eine sichere und nur vorübergehende, heißt: steuerbare, Unfruchtbarkeit bringen sollte, hat in Versuchen nicht funktioniert.

Die Methode, bei der körpereigene Immunkörper auf die Spermien gehetzt wurden, um diese wirkungslos zu machen, funktionierte quasi zu gut: ganze 30 Prozent der Probanden – männliche Rhesusaffen – blieben nach der Behandlung dauerhaft unfruchtbar.

Das andere Verfahren setzte auf eine Überdosis Testosteron. Denn das Männlichkeitshormon drosselt, wenn es zusätzlich verabreicht wird, die Hodentätigkeit sowohl im Hinblick auf die Testosteronproduktion, als auch hinsichtlich der Herstellung von Spermien. Aber auch hier waren die Nebenwirkungen nicht gerade Lappalien:

In zehn Prozent der Fälle kam es dennoch zu einer Schwangerschaft. Außerdem hatten die Probanden verkleinerte Hoden, litten unter Gewichtszunahme, Akne und Depressionen.

Verhütungsspritze ist out - Was bleibt da noch?

Die sicherlich nach wie vor zuverlässigste Methode einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen, ist Enthaltsamkeit. Es gibt auch ohne die Antibaby-Spritze noch genügend wirksame Verhütungsmethoden. Machen Sie das Beste aus dem alt Bewährten.


© DavidEwing/ Fotolia

Das Kondom – mit Spermizid eine Fehlerquote von nur zwei bis drei Prozent

Das schützt ganz ordentlich vor einer ungewollten Schwangerschaft. Und vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten. Allerdings nur dann, wenn Sie nicht vor dem Überziehen der Lümmeltüte erst einmal „Dippen" oder das Verhüterli kurz vor dem Höhepunkt wieder ausziehen. Kein Scherz, das machen einige.

In 96 Prozent der Fälle hält das Kondom.

Für echteres Gefühl vorher einen Tropfen Gleitmittel auf Wasserbasis in das Kondom geben.


Pille für die Frau oder "(k)ein Tropi"

Ebenso sicher wie das Kondom, es sei denn Ihre Partnerin neigt zur Vergesslichkeit. Vorsicht ist auch angesagt, wenn gegen Ihren Willen die Einrichtung eines Kinderzimmers geplant wird. Wenn Ihre Partnerin tatsächlich kein Kind möchte, ist die Pille ein sicheres Verhütungsmittel. Genau wie andere hormonelle Verhütungsmethoden wie die Dreimonatsspritze, das Implantat und die Hormonspirale. Hat Ihre Partnerin einen Magen-Darm-Infekt oder die Pille vergessen, ist das Kondom das Mittel der Wahl, um die Sicherheitslücke zu schließen. Bemerken Sie erst nach dem Sex, dass sie die Pille vergessen hat, stellt die so genannte „Pille danach" eine gute Option dar.

Vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten schützt die Pille allerdings nicht, das Kondom ist da klar im Vorteil.


Sterilisation

Wenn Sie wissen, dass Sie keinen Nachwuchs mehr zeugen wollen, können Sie sich sterilisieren lassen. Was brutal klingt, ist auch genauso sicher: in nur 4 von 1000 Fällen ungeschützten Sex wird die Partnerin trotzdem schwanger. Und: auch die Sterilisation kann in den meisten Fällen wieder rückgängig gemacht werden.


Andere Methoden

Sind erstens Vertrauenssache und zweitens eher unsicher: Natürliche Methoden, bei denen die Frau ihren Körper beobachtet und Merkmale wie Temperatur oder ähnliches misst, führen zu längeren Phasen der Enthaltsamkeit, was eine Empfängnis natürlich verhindert. Aber Vorsicht ist auch an den vermeintlich sicheren Tagen geboten, da durch äußere Einflüsse wie Stress oder eine Erkältung Veränderungen auftreten können, die dann doch wieder zu einer Schwangerschaft führen.

Das Gleiche gilt für die Kalendermethode. Und der Koitus interruptus ist besonders unsicher, und zwar nicht nur, weil die wenigsten kurz vorm Schluss genug Disziplin aufbringen können, ihn rauszuziehen, sondern weil auch der sprichwörtliche Glückstropfen meist genügend Spermien enthält, um Sie zum Vater zu machen.


Scheidenspülung

40 Prozent – Schwangerschaft in 4 von 10 Fällen

Coitus interruptus

25 Prozent Chance auf Nachwuchs

Basal-Temperatur, Zyklus-Kalender u.a

24 Prozent

Diaphragma mit Spermizid

19 Prozent

Spermizide Zäpfchen, Schaum, Cremes

19 Prozent

Kondom ohne Spermizid

10 Prozent

Kondom mit Spermizid

2 bis 3 Prozent

Anti-Baby-Pille

2,5 Prozent

Sterilisation der Frau

0,4 Prozent

Sterilisation des Mannes

0,4 Prozent

 (Quelle: Kinsey-Report 1990)

Wenn Kinder (noch) nicht in Ihre Lebensplanung passen: Das Kondom ist - bei richtiger Anwendung - eine sichere Sache.


Ungehalten: Kondom geplatzt, was nun?

Jeder dritte Mann macht weiter, wenn das Kondom platzt. Die Folgen können fatal sein - es sei denn, man weiß sich zu helfen.

Nach einer Umfrage in den USA hatte jeder zweite Mann schon mal eine Kondompanne beim Sex. Und jeder dritte hat es seiner Partnerin verschwiegen - und weitergemacht. Die Verschwiegenen wollten den nahen Orgasmus nicht gefährden (40%), die Verantwortung nicht tragen (33%) oder die Partnerin nicht ängstigen (27%).


Trotzdem (noch) kein Kind

Es kann jedem einmal passieren, dass das Verhüterli platzt oder abrollt (knapp 0,4%, das sind fast 4 von 1000), deshalb ist es die erste Pflicht, die Partnerin zu informieren und ihr gegen eine ungewollte Schwangerschaft die "Pille danach" zu beschaffen, falls sich die Partnerin auf das Kondom als Empfängnisschutz verlassen hatte. Der Arzt verschreibt sie und Apotheken verkaufen sie für 17 Euro. Es kommen also noch die Praxis- und Rezeptgebühr. Sie muss aber bis spätestens fünf Tagen nach dem Unfall eingenommen werden.

Die Erfolgsquote liegt bei 97 bis 98 Prozent.

Tipp: An Wochenenden sollten Sie in die gynäkologische Aufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses fahren, statt von Freitagabend bis Montag zu warten. Und schicken Sie Ihre Partnerin nicht alleine los, begleiten Sie sie.


HIV

Das Risiko für den Mann, sich bei einer HIV-positiven Partnerin anzustecken, beträgt pro ungeschützten Verkehr etwa 3:10.000 bis 9:10.000. Umgekehrt besteht für die Frau eine fast doppelt so große Gefahr, von ihrem Partner infiziert zu werden.

"Bei begründetem Infektionsverdacht sollte das betroffene Paar unverzüglich die Notaufnahme der nächsten großen Klinik aufsuchen. Dort kann prophylaktisch über vier Wochen antiviral behandelt werden. Nach ersten Studien bei medizinischem Personal nach Nadelstichverletzungen soll das Risiko dadurch um etwa 79 Prozent gesenkt werden. Allerdings ist diese Maßnahme mit schweren Nebenwirkungen behaftet", berichtet Prof. Dr. Frank Detlef Goebel von der Medizinischen Poliklinik der Universität München.


Sexuell übertragbare Krankheiten

Sehr viel verbreiteter sind allerdings andere sexuell übertragbare Krankheiten. Sobald Sie also nach einer Kondompanne ein Jucken oder Zwicken in der Hose verspüren, gehen Sie zu Ihrem Urologen. Er verschreibt Medikamente, die den Ausbruch von Geschlechtskrankheiten verhindern können. Das bewahrt Sie u.a. vor Genitalwarzen (kleine, weiche, schmerzlose, rosa Warzenansammlungen auf der Vorhaut am Harnröhrenausgang, am Penisschaft oder am After), Genitalherpes (Fieber, schmerzhafte Bläschen an Vorhaut und Eichel), Chlamydien und Tripper (schmerzhaftes Harnlassen, schleimig-gelblicher Ausfluss aus der Harnröhre). Gehen Sie also lieber zum Arzt, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.

 

 
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