Sex
Geändert am: 07. April 2019

Postkoitale Dysphorie – Heulen nach dem Höhepunkt

Written by menscore Published in Sex
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Postkoitale Dysphorie – Heulen nach dem Höhepunkt © Kalim - Fotolia.com

Befriedigender Geschlechtsverkehr mit Orgasmus löst meist gute Gefühle aus. Es gibt aber auch Menschen, bei denen der gegenteilige Effekt eintritt. Sie fühlen sich traurig, depressiv oder sogar wütend nach dem Sex. Dieser After-Sex-Blues ist auch als postkoitale Dysphorie bekannt.

Wenn sich nach dem Sex die große Leere breitmacht

Vor allem Männer sind von dem postkoitalen Stimmungstief betroffen, aber auch bei Frauen kann sich nach dem Sex die große Leere breitmachen. Manche Betroffene leiden sporadisch darunter, andere müssen sich mit diesen unangenehmen Gefühlen nach dem Sex regelmäßig auseinandersetzen. Typisch für den After-Sex-Blues, der nach einvernehmlichem sowie befriedigendem Geschlechtsverkehr eintritt, sind das Gefühl von Traurigkeit und Depression. Insgesamt kann die Stimmung als negativ beschrieben werden. Die empfundene Tristesse kann auch dazu führen, dass Betroffene weinen, eine innere Unruhe entwickeln, sich ängstlich fühlen oder der Situation möglichst schnell entkommen und allein sein wollen. Manche fühlen sich auch melancholisch, werden depressiv oder entwickeln eine gewisse Aggressivität. Weitere Symptome der postkoitalen Dysphorie können Schamgefühle und Selbstablehnung sein.

Wie kommt es zur postkoitalen Dysphorie?

Die Ursachen für die nach einem eigentlich befriedigenden Geschlechtsakt einsetzende Traurigkeit können sehr unterschiedlich sein. Mitunter liegen dem Stimmungstief Missbrauchserfahrungen zugrunde, die jedoch nicht unbedingt sexueller Natur sein müssen. Zu den Betroffenen der postkoitalen Dysphorie gehören auch Menschen mit Beziehungs- oder Bindungsängsten, oder Personen, bei denen eine streng religiöse Prägung vorliegt. Auch gesellschaftliche Normen und Idealisierungen, an denen sich stark orientiert wird, können nach dem Sex negative Gefühle hervorrufen. Wer an sich selbst beispielsweise die Erwartung stellt, dass zum perfekten Sex auch stets ein Orgasmus gehören muss oder dass erst ein gleichzeitiger Höhepunkt perfekten Sex ausmacht, idealisiert den Geschlechtsakt schnell in einem ungesunden Maße. Aber auch die Hormone können als Ursache des postkoitalen Stimmungstiefs nicht ausgeschlossen werden, ebenso wie psychische Störungen und sexuelle Funktionsstörungen. Zudem ist bekannt, dass bei dem intimen Akt des Geschlechtsverkehrs viele positive Hormone ausgeschüttet werden. Wenn der Hormonrausch dann abrupt endet, ebenso wie die Innigkeit mit dem Partner, kann dies zu einem Gefühl von Traurigkeit führen.

Wann ein Arztbesuch bei postkoitaler Dysphorie ratsam ist

Wem der After-Sex-Blues zu schaffen macht, der sollte in einem ersten Schritt mit seinem Hausarzt sprechen und diesem seine Situation schildern. Der Hausarzt kann nach einem ersten Gespräch entscheiden, welche weiteren Maßnahmen für seinen Patienten sinnvoll erscheinen. Eventuell kann der Gang zum Sexualtherapeuten empfohlen werden. Sinnvoll kann professionelle Hilfe vor allem dann sein, wenn die Intimität und somit letztlich auch die Beziehung mit dem Partner unter den negativen Gefühlen nach dem Sex leiden. Mittels professioneller Hilfe können Betroffene daran arbeiten, diesem belastenden Stimmungstief zu entkommen.

Postkoitale Dysphorie: von der Wissenschaft vernachlässigt

Was die Sexualmedizin betrifft, stehen nur beschränkt Forschungsgelder zur Verfügung. Während Erektionsstörungen für die Pharmaindustrie von Interesse sind, wird das Gebiet der postkoitalen Dysphorie in der Forschung vernachlässigt. Daher gibt es hier auch keine Standardtherapie, nach der man sich richten kann. Ein Sexualtherapeut wird daher individuell vorgehen und beispielsweise einen traumatherapeutischen Ansatz wählen oder sich der Ich-Abgrenzung widmen.

 

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