Pflege
Geändert am: 11. März 2020

Peinliche Probleme: Schwitzen

Written by menscore Published in Pflege
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Mann hat Schweißgeruch unter der Achsel © Kitty - Fotolia.com

Schweiß, Pickel, Schuppen & Co. - Sie können es ruhig zugeben – jeden von uns plagt ein Zipperlein, über das man am besten gar nicht reden möchte. Aber wegschweigen lassen sich diese Probleme auch nicht. Deshalb: Wir sagen, was dagegen hilft.

Problem:

Starke Achselnässe durch übermäßiges Schwitzen. Dieses wird durch Übergewicht, eine Überfunktion der Schilddrüse, Hormonstörungen oder durch Kortison haltige Medikamente begünstigt. Das gleiche gilt für Schweißhände, die begleitend oder isoliert auftreten können.

Lösung:

Tragen Sie luftige, feuchtigkeitsaufsaugende Kleidung. Meiden Sie schweißtreibende Getränke wie Tee, Kaffee und Alkohol. Mit Salbeitee und Antitranspirantien können Sie das Schwitzen mindern, mit häufigem Waschen und Deos den Schweißgeruch verhindern. Reicht das nicht aus, können hochdosierte Aluminiumchlorid-Hexahydrat-Gels die Schweißdrüsenausgänge verengen und den Schweißfluss reduzieren.

Gegen triefende Hände hilft auch Strom, die sogenannte Leitungswasser-Iontophorese. Mit einem Generator wird ein Gleichstrom von etwa 20 Milli-Ampere und 60 Volt erzeugt. Beide Elektroden befinden sich jeweils in einem Wasserbecken und sind durch Schwammtücher abgedeckt. Der Patient taucht dann in jedes Becken eine Hand. Durch die leichten Stromflüsse sollen die Schweißdrüsen schrumpfen. Heimgeräte werden meist von den Kassen bezahlt, wenn andere
Therapien versagen.

Eine sehr wirksame, aber nicht billige Methode ist die Injektion von Botulinumtoxin in die Achselhöhlen. Das Medikament unterbricht die Reizübertragung von den Nerven an die Schweißdrüsen für sechs bis neun Monate, die Achselhöhlen bleiben trocken. Nach neun Monaten kann eine Wiederholung der Behandlung notwendig sein.

Botox stoppt den Schweißfluss

Es kommt aber auch vor, dass die starke Schweißneigung schon nach einer Botox-behandlung dauerhaft abgestellt ist", sagt Professor Peter. „Das liegt dann daran, dass durch die mehrmonatige Unterbrechung der Schweißproduktion eine neue "nervliche Bahnung" stattfindet, d.h. das Gehirn des Betroffenen lernt, auf emotionale Reize nicht mehr mit einer vermehrten Schweißproduktion zu antworten". Zusätzlicher Bonus: Die Angst vor dem vermehrten Schwitzen, die ihrerseits eine Schwitzattacke auslösen kann, fällt auch weg.

Botox kann zwar auch gegen Schweißhände und –füße eingesetzt werden. Aber Achtung: „Der Einsatz verlangt hier besonders viel Erfahrung und Vorsicht, da – wenn das Mittel etwa zu tief gespritzt wird - Lähmungserscheinungen an Hand- oder Fußmuskulatur auftreten können. Genau wie die Hauptwirkung hält dann leider auch diese Nebenwirkung sechs bis neun Monate an", warnt Experte Peter.

Eine alternative Maßnahme kann die Einnahme von Medikamenten, sogenannten Anticholinergika, sein, die das verantwortliche Nervensystem blockieren.

Nebenwirkungen:

Mundtrockenheit und Sehstörungen sind möglich.

Letzter Ausweg Operation: Schweißdrüsen können auch operativ entfernt werden.  

Wieder ein Problem weniger!

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