Beziehung
Geändert am: 26. Januar 2021

Pilotstudie: Sexuelle Beziehungsformen nach Generationen

Written by menscore Published in Beziehung
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Attraktives Paar Frau umarmt Mann © Khorzhevska – Fotolia.com

Wie viele Menschen in Deutschland sind Single und wie viele verheiratet? Und das in welchem Alter? Antworten darauf liefert eine neue Studie des Hamburger Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie.

Das Hamburger Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie hat eine Pilotstudie zum Thema „Erwachsenensexualität“ durchgeführt.
Den teilnehmenden Personen wurden u.a. Fragen zum gegenwärtigen Beziehungsstatus gestellt. Im Rahmen der Studie wurde eine Beziehung als „wichtige Lebenspartnerschaft, die von den Betroffenen als „fest“ bezeichnet wird“ definiert. Die Kandidaten konnten unter vier vorgegebenen Optionen wählen, um ihren Beziehungsstatus zu beschreiben. Als „Single“ wird jede Person klassifiziert, die sich in keiner festen Beziehung befindet. Unter „Living apart together“ wird eine feste Beziehung verstanden, in welcher die beiden Partner getrennt voneinander wohnen. Die dritte Variante ist die „Nichteheliche Lebensgemeinschaft“, eine klassische Beziehung, in der zusammengewohnt wird. Und die „Ehe“ ist eine feste Beziehung, wo das Paar miteinander verheiratet ist und zusammenwohnt.

Generation der 18 bis 30-Jährigen

Auffallend bei den 18 bis 30-Jährigen ist der hohe Anteil an Singles im Vergleich zu den drei anderen Gruppen. Dies rührt von der turbulenten Lebensphase her, in der sich diese Generation befindet. Zur Findung der eigenen Identität in Bezug auf Sexualität und Beziehung gehört zwangsläufig auch ein höherer Partnerwechsel als bei den übrigen Generationen. Daher sind die meisten dieser „Singles“ in der Übergangsphase von einer Beziehung zur nächsten.
Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass die in der Studie als „Living apart together“ und „Nichteheliche Lebensgemeinschaft“ bezeichneten Beziehungsformen gerade in dieser Lebensphase besonders häufig anzutreffen sind.
Durch die Studie wurde festgestellt, dass beispielsweise die Frauen der Altersgruppe schon mehr Liebesbeziehungen durchlebt haben als die Vergleichsgruppe der 61 bis 75-Jährigen. Das unterstreicht nochmals die Aussage, dass heute ein häufigerer Partnerwechsel stattfindet als früher. Dieses Phänomen wird auch als „serielle Monogamie“ bezeichnet.

Generation der 31 bis 45-Jährigen

In der Vergleichsgruppe der 31 bis 45-Jährigen sind die beiden oben genannten Beziehungsformen deutlich zurückgegangen und die Eheschließungen haben signifikant zugenommen (von elf auf 57 Prozent).
Die Studie hat auch gezeigt, dass die Familienplanung heute häufig erst nach dem 30. Lebensjahr erfolgt. Rund 65 Prozent der 31 bis 45-Jährigen leben mit einer Person unter 18 in einem Haushalt. Bei der Generation der 18 bis 30-Jährigen sind es hingegen nur 18 Prozent.
Die Zahl der Singles ist in dieser Generation besonders gering, weil der Hauptfokus in dieser Lebensphase auf der Familienplanung liegt.

Generation der 46 bis 60-Jährigen

Der Anteil der Ehen hat hier im Vergleich zu der zweiten Vergleichsgruppe noch einmal zugenommen. Es sind rund zwei Drittel verheiratet. Das lässt sich zum Teil mit den traditionellen Wertvorstellungen in dieser Generation begründen.
Die Zahl der Singles hat sich in dieser Phase des Lebens auch wieder vergrößert. Es gibt hierfür verschiedene Gründe, die von „Krankheit“ bis „Scheidung“ reichen.

Generation der 61 bis 75-Jährigen

Die letzte Generation hat bei den Singles den zweithöchsten Wert nach den 18 bis 30-Jährigen. Neben den Scheidungen ist der Tod des Ehepartners in dieser Phase des Lebens ein weiterer, häufiger Grund für das Single-Dasein. Jede zehnte Person, die bei der Befragung „Single“ angab, ist verwitwet.
68 Prozent der Befragten gaben an, eine Ehe zu führen. Das sind acht Prozent mehr als in der vorangehenden Generation.

 
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