Prostatakrebs
Geändert am: 18. Januar 2021

Mit Asia-Food gegen Prostatakrebs?

Written by menscore Published in Prostatakrebs
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Asia-Food Sushi By Valeria Boltneva from Pexels

In asiatischen Ländern essen die Menschen bis zu 90 Prozent mehr Sojaprodukte als hierzulande – und die Zahl der an Prostatakrebs Erkrankten ist weitaus niedriger als im Rest der Welt. Besteht ein Zusammenhang?

In asiatischen Ländern erkranken deutlich weniger Männer an Prostatakrebs als beispielsweise in europäischen Ländern oder den Vereinigten Staaten. Dies wird immer wieder auf die Ernährungsgewohnheiten von Asiaten, die sich sehr von den unseren unterscheidet, zurückgeführt. Ein Punkt, in welchem sich asiatische Länder vom Rest der Welt unterscheiden, ist die Beliebtheit von sojahaltigen Produkten.

Soja enthält dem Östrogen ähnliche Stoffe

Verantwortlich für die geringe Anzahl an Prostatakrebskranken soll der hohe Anteil an Isoflavonen in den Sojaprodukten sein. Bei Isoflavonen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die eine Art „Immunsystem“ für Pflanzen darstellen. Sie haben eine östrogenähnliche Wirkung im Körper eines Menschen – wenn auch weitaus schwächer als körpereigene Östrogene. Aufgrund dessen können Isoflavone den Hormonhaushalt eines Menschen beeinflussen und so kann eine vorbeugende Wirkung für hormonabhängige Krebsarten, wie eben Prostatakrebs vermutet werden. Letztlich ist diese vorbeugende Wirkung noch nicht einwandfrei nachgewiesen und noch immer Gegenstand von zahlreichen Diskussionen.
Es gibt allerdings Indizien, die für einen Zusammenhang zwischen dem Sojakonsum in Asien und der geringen Anzahl an Krebserkrankungen sprechen. Beispielsweise werden Sojapräparate gezielt bei der Behandlung von Beschwerden, die beim Wasserlassen auftreten und in Zusammenhang mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata stehen, eingesetzt.

Isoflavone aus Soja hemmen die Bildung von Metastasen

US-Forscher der University of Chicago, Illinois veröffentlichten im Jahr Forschungsergebnisse, mit denen sie konkret erklären, wie Sojaflavone in Tierversuchen Krebszellen am Wachstum hinderten und letztlich für deren körpereigene Zerstörung sorgten. Die Forscher gaben weiterhin an, dass die Metastasenbildung gehemmt wurde. Diese Erkenntnisse nähren wiederum die Hoffnung, dass eine solche oder ähnliche Wirkung auch beim Menschen erzielt werden kann.
In Sojaprodukten finden sich nicht nur Isoflavone. In ihnen sind unter anderem auch die Vitamine E, B1, die Mineralstoffe Kalium und Kalzium sowie Spurenelemente (Zink, Eisen, etc.) enthalten. Typische Sojaprodukte wären z.B. Tofu, Sojabohnen, Sojasprossen, Sojamehl oder auch Sojajoghurt.

Nicht zu viel des Guten!

Man sollte jedoch trotz allem von einem unausgewogenen und übermäßigen Verzehr von Soja-Produkten absehen, da die ebenfalls enthaltenen Omega-6-Fettsäuren die Entstehung von Entzündungen im Körper begünstigen. Daher sollte man sich ausgewogen ernähren und ausreichend Omega-3-Fettsäuren über Lebensmittel wie beispielsweise Lachs, Spinat oder Walnüssen zu sich nehmen.

Essgewohnheiten ändern

Um Prostatakrebs vorzubeugen, sollte man möglichst wenig rotes Fleisch zu sich nehmen. Dagegen sollten vollkornhaltige Produkte und viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Diese ballaststoffhaltigen Lebensmittel wirken sich positiv auf die Gesundheit der Prostata aus. Mit ungesättigten Fettsäuren, wie sie beispielsweise in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden sind, können höhere Spiegel an gesättigten Fettsäuren (z.B. durch höheren Fleischkonsum bedingt) bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden.

Auch wer bereits unter einer Erkrankung der Prostata leidet, kann durch eine Veränderung seiner Essgewohnheiten den Therapieverlauf positiv beeinflussen.

Weitere Tipps zur Vorbeugung

Auf ein normales Gewicht sollte geachtet und regelmäßige sportliche Aktivitäten, wie z.B. Rad fahren oder Schwimmen, sollten ausgeübt werden. Hierbei kommt es ganz auf den individuellen Leistungsstand an, wenn es etwa um das wöchentliche Pensum an Sport geht. Von Alkohol sollte am besten gänzlich Abstand genommen oder nur selten und dann in moderaten Mengen genossen werden. Um auf „Nummer Sicher“ zu gehen sollte ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine Vorsorgeuntersuchung vom Urologen durchführt werden. War in der eigenen Familie jemand an Prostatakrebs erkrankt, sollte die Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung auch vor Vollendung des 45. Lebensjahres in Betracht gezogen werden..

 
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