Blase/ Pinkeln
Geändert am: 06. März 2014

Druckausgleich: Pinkeln

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Aus der ärztlichen Redaktion
 
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Das natürliche Bedürfnis nach Erleichterung haben Männer mit Frauen gemein. Doch die Ausführung unterscheidet sich erheblich. Auch die Pinkelweite...

Zum Wasserlassen, vulgo: Pinkeln, enthält Ihr Penis die Harnröhre, einen dünnen Schlauch, der mit der Harnblase verbunden ist. Erreicht der Urinpegel die maximale Füllhöhe der Blase (etwa einen halben Liter), verursachen empfindliche Sensoren das dringende Bedürfnis, auszutreten. Zur Entleerung wird der Urin durch die Harnröhre geleitet und tritt an der Penisspitze aus. Von dort gelangt er – das behaupten jedenfalls viele Frauen – meist auf den Fußboden neben der Toilette. Als Steuerungsventil dient ein Schließmuskel. Sie betätigen ihn, wenn Sie den Urinfluss anhalten oder verbleibende Resttropfen ausstoßen wollen.

Wasser marsch: Die Ausscheidungsrunde

Das Wasserlassen dient einem einfachen Zweck, der Entsorgung von Reststoffen, denn neben den benötigten Nahrungsbestandteilen gibt es eine Reihe von Substanzen, die der Körper nicht verwerten oder speichern kann. Dazu zählen Medikamentenreste, Blutabbauprodukte, Natrium (z.B. aus Kochsalz) und wasserlösliche Vitamine. Diese werden von den Nieren aus dem Blut gefiltert und als Urin über die Blase ausgeschieden. Über diesen Filtermechanismus kann der Körper seinen Flüssigkeitshaushalt und damit den Blutkreislauf und die Konzentration der Stoffe darin stabil halten. Steigt der Blutdruck durch vermehrtes Trinken oder sinkt die Salzkonzentration im Blut, filtern die Nieren mehr Flüssigkeit heraus. Dieses Filtrat verlässt entweder den Organismus als Urin, oder aber es wird – einige Bestandteile werden noch für den Stoffwechsel gebraucht – teilweise wieder in den Blutkreislauf geschleust. Koffein und besonders Alkohol blockieren diesen Vorgang der Wiederaufnahme und trocknen dadurch den Körper aus. Wer kennt sie nicht: die beeindruckende Urinmenge nach einem ausgedehnten Biergartenbesuch und den Nachdurst am nächsten Morgen.


Die Fraktion der Stehpinkler ist mit 71 Prozent in der Mehrheit. Das oft ins Feld geführtes Argument, im Stehen pinkeln sei gesünder, trifft aber nicht zu. Aus medizinischer Sicht macht die Körperhaltung beim Wasserlassen keinen Unterschied. Auf Dauer kann das allerdings bei demjenigen, der Klodienst hat, zu Rückenproblemen führen, da die standhaften Männer sich leider nicht immer durch entsprechende Zielsicherheit auszeichnen. Überzeugte Sitzpinkler dagegen müssen mit einer Umweltsünde leben: Denn während ein Urinal nur zwei Liter Trinkwasser pro kleinem Geschäft benötigt, kommt ein Hinsetzer bei gleicher Tätigkeit auf neun Liter.

Tipp: Eine Spartaste reduziert die verbrauchte Wassermenge auf die Hälfte.


Fernziel: Wie weit können Männer pinkeln?

Die ballistischen Faktoren beim Urinieren ähneln denen einer antiken Kanone. Mit etwas Phantasie lässt sich der schlagartig nachlassende Muskeldruck einer prallvollen Blase im Moment der Erleichterung mit der Explosion des Schwarzpulvers im Kanonenrohr vergleichen. Und genau wie Flugkurve und Weite der Kugel vom Anstellwinkel bestimmt werden, beeinflusst auch der Peniswinkel den Landepunkt des Urinstrahls. Nachlassende Strahlkraft ist mit zunehmendem Alter allerdings zu erwarten: Nach einer Studie der Urologischen Universitätsklinik Wien verringert sich das Blasenvolumen ab dem 40. Lebensjahr fortschreitend von bis zu 500 auf magere 265 Milliliter. Gleichzeitig lässt der in jungen Jahren maximale Blasendruck von 75 mm Hg nach, so der Arzt Dr. Saeed Pooy vom Institut für Physiologie der Universität Hamburg. Während Säuglinge und junge Männer also leicht ihre drei Meter schaffen, frohlocken fortgeschrittene Senioren schon, wenn ihr Urin knapp Schuhe und Hosenbein verfehlt. Dass selbst bei Jüngeren die letzten Tropfen mitunter in die Hose gehen, liegt an einer Muskelschwäche des Beckenbodens. Training hilft auch hier: Zum Ende des Urinierens den Beckenboden anspannen oder die Region mit der Hand ausstreichen, raten Urologen.

Tipp: Bis zum letzten Tropfen:

Wenn Sie nach dem Wasserlassen am Penisansatz von unten her sanften Druck ausüben, treten dadurch auch die letzten Tropfen aus. Das verhindert peinliche Flecken in Unterhosen und auf Bettlaken.

 
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