Erektion
Geändert am: 16. März 2020

Alles, was Sie über Impotenz wissen sollten

Written by menscore Published in Erektion
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
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Gelegentliche Erektionsstörungen sind normal und oft nicht behandlungsbedürftig. Anders die erektile Dysfunktion. Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Impotenz. Und Tipps zur Selbsthilfe.

Von erektiler Dysfunktion (ED) oder Impotenz wird gesprochen, wenn es über längere Zeit nicht möglich ist, eine Erektion zu bekommen und lange genug für einen Beischlaf aufrechtzuerhalten. Zu einer Erektion kommt es übrigens, wenn sich die Schwellkörper im Penis durch Impulse aus dem Gehirn und den Genitalnerven mit Blut füllen. Alles, was diese Impulse blockiert oder den Blutfluss zum Penis beschränkt, kann Erektionsstörungen und ED verursachen.

Impotenz oder geringe Libido?

Männer können unter verschiedenen Arten von sexuellen Problemen leiden. Geringe sexuelle Appetenz (Libido), Erektionsstörungen bis hin zu Impotenz und Probleme mit Orgasmus und Ejakulation. Bei der Impotenz bzw. der ED liegt das Problem darin, dass trotz eines gesunden Sexualtriebs keine Erektion zustande kommt und nicht aufrechterhalten werden kann. In Abwandlung des bekannten biblischen Spruchs könnte man auch sagen, der Geist ist willig, doch der Körper ist schwach. Der erektilen Dysfunktion liegen meist organische Ursachen zugrunde.

Symptome einer erektilen Dysfunktion

• Das völlige Ausbleiben einer Erektion.
• Erektionen, die nicht hart genug sind.
• Erektionen, die nicht lange genug dauern, also zu schnell abflauen.

Risikofaktoren für erektile Impotenz

Sexuelle Probleme treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Das Älterwerden bedeutet aber nicht das Ende des Sexuallebens; die ED kann schließlich in den allermeisten Fällen gut behandelt werden. Neben dem Alter stellen u.a. Zuckerkrankheit (Diabetes), Fettleibigkeit, Rauchen und Bluthochdruck weitere Risikofaktoren für anhaltende Erektionsprobleme dar. Ferner gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arterienverkalkung, Nierenerkrankungen und die Multiple Sklerose zu den häufigen Ursachen. Eine Behandlung der der ED zugrunde liegenden Krankheit führt oft zu einer Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit.
• Diabetes
Die Blutzuckerkrankheit erhöht das Risiko für eine ED sehr stark: Männer mit Diabetes haben zwei- bis dreimal häufiger eine ED, die zudem zehn bis 15 Jahre früher anfangen kann als bei gesunden Männern. Eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle und gute Einstellung des Diabetes kann dieses Risiko aber senken.
• Lebensstil
Eine große Rolle spielt bei der ED auch der Lebensstil. Rauchen, übermäßiges Trinken und Drogenkonsum können die Blutgefäße schädigen und die Durchblutung des Penis verringern. Übergewicht und zu wenig Bewegung erhöhen ebenfalls das Risiko. Laut Studien sind Männer, die regelmäßig Sport treiben, seltener von Erektionsstörungen und erektiler Dysfunktion betroffen.
• Operationen
Operationen zur Behandlung von Prostatakrebs, Blasenkrebs oder der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH), können manchmal Nerven und Blutgefäße, die auch den Penis versorgen, schädigen. Vor allem, wenn der Nervenschaden dauerhaft ist, muss die dadurch entstandene ED ebenfalls dauerhaft behandelt werden.
• Schlappmacher Medikamente
Die erektile Dysfunktion kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, etwa von Blutdruckmedikamenten und Antidepressiva. Wer Medikamente einnimmt, die im Beipackzettel Erektionsstörungen und ED als Nebenwirkungen aufführt, sollte seinen Arzt nach Alternativen fragen. Achtung: verschreibungspflichtige Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern erst mit dem Arzt sprechen!
• Die Seele
Zwar ist eine körperliche Ursache für die ED wahrscheinlicher, je älter man ist, aber auch im Alter können seelische Gründe zu den körperlichen hinzukommen und diese erschweren: Stress, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl, Beziehungsprobleme und Leistungsdruck.
• ED und Radfahren
Untersuchungen legen nahe, dass begeisterte Radfahrer häufiger an ED erkranken als andere Sportler. Übeltäter sind Fahrradsitze, die Druck auf den Damm ausüben, also den Bereich zwischen Anus und Hodensack, wo viele Arterien und Nerven verlaufen, die für die Erektion von großer Bedeutung sind. Wer viel mit dem Fahrrad fährt, sollte sich einen Sitz zulegen, der diesen Bereich schützt.

Diagnose der ED

Um eine ED zu diagnostizieren, fragt der Arzt nach Symptomen sowie Krankengeschichte und führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch, um nach körperlichen Ursachen wie chronischen Krankheiten (Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen etc.) zu suchen. Labortests liefern wichtige Hinweise wie Blutzuckerspiegel, Cholesterinspiegel, Leber- und Nierenwerte und können Erkrankungen aufdecken, die die ED verursachen könnten.

Übrigens: ED kann lebensrettend sein

In einigen Fällen kann die erektile Dysfunktion ein Warnsignal für eine Herzkreislauf-Erkrankung sein. Wer sich wegen der ED rechtzeitig beim Arzt vorstellt und die ihr zugrunde liegende Herzkreislauf-Erkrankung behandeln lässt, könnte Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Zwar entwickelt nicht jeder Mann mit ED eine Herzkrankheit, und nicht jeder Mann mit Herzkrankheit leidet an ED; aber es gibt den Zusammenhang und es ist ratsam, sich dessen bewusst zu sein.

Behandlung von erektiler Dysfunktion

• Medikamente gegen Impotenz

Von Sildenafil (Viagra) dürfte zwar fast jeder gehört haben, aber es ist nicht die einzige Pille gegen Erektionsstörungen. Diese Klasse von Arzneimitteln umfasst auch Avanafil (Stendra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra, Staxyn). Alle wirken, indem sie die Durchblutung des Penis während der Erregung verbessern. Sie werden in der Regel eine halbe bis eine Stunde vor der sexuellen Aktivität eingenommen und sollten nicht öfter als einmal täglich angewendet werden. Tadalafil kann bis zu 36 Stunden vor der sexuellen Aktivität eingenommen werden und ist auch in einer niedrigeren Tagesdosis erhältlich. Alle diese Mittel haben Nebenwirkungen, die je nach Gesundheitszustand des Betroffenen auch schwerwiegend sein können. Sie sollten auf keinen Fall eingenommen werden, wenn man nicht von einem Arzt untersucht und das Mittel nicht von diesem Arzt verschrieben wurde.

• Injektionen und Pellets gegen Impotenz

Weniger systemische Nebenwirkungen sind bei der SKAT-Methode zu erwarten, bei der der Betroffene das Medikament direkt in den Penis injiziert. Das liegt daran, dass dieses Medikament nur am Penis wirkt, wo es die Blutgefäße erweitert, sodass sich der Penis mit Blut füllt. Eine weitere Option stellen Pellets dar, die direkt in die Harnröhre eingebracht werden und innerhalb von 10 Minuten eine Erektion auslösen können. Diese beiden Methoden sind nicht jedermanns Sache; Manch einem dürfte bei der Vorstellung, sich selbst eine Spritze in den Penis zu setzen, die Lust auf Sex vergehen. Und auch die Methode mit dem Wirkstoff in der Harnröhre wird von einigen als unangenehm beschrieben.

• Vakuumpumpen gegen Erektionsstörungen und Impotenz

Vakuumpumpen für ED sind eine fast gänzlich nebenwirkungsfreie Alternative zu Medikamenten. Der Penis wird in einem Zylinder platziert und die Luft aus dem Zylinder mit einer Pumpe abgesaugt. Durch dieses partielle Vakuum um den Penis entsteht ein Unterdruck, der dazu führt, dass sich die Schwellkörper mit Blut füllen und zu einer Erektion führen. Ein um die Basis des Penis gelegter Gummiring hilft, die Erektion beim Sex aufrechtzuerhalten. Ist die erektile Impotenz ärztlich diagnostiziert, eine Vakuumpumpe verschrieben worden, bezahlt die Kasse das Hilfsmittel.

• Implantate bei Impotenz

Wenn keine der oben aufgeführten Methoden in Frage kommt, kann ein Penisimplantat die Lösung sein, wieder Sex zu haben. Das aufblasbare, hydraulische, Implantatmodell verfügt über Zylinder, die bei Bedarf mit Druckflüssigkeit vollgepumpt werden können. Bei einem anderen Modell werden formbare Stäbe verwendet, die der Betroffene in die gewünschte Position biegen und dadurch seinen Penis aufrichten kann.

• Psychotherapie

Selbst wenn die Erektionsstörungen körperlich bedingt sind, kann Psychotherapie helfen, mit erlernbaren Techniken Leistungsangst zu reduzieren und die Intimität zur Partnerin/ dem Partner zu verbessern. Die Therapie kann Paaren auch dabei helfen, sich an die Anwendung von Vakuumgeräten und Implantaten zu gewöhnen.

• Alternative Therapien

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel gegen Erektionsstörungen ausprobieren. Je nach Hersteller können die Mittel eine Vielzahl von Inhaltsstoffen enthalten, u.a. auch einige, die sich ungünstig auswirken können. Einige Männer sagen, dass alternative Mittel ihnen helfen. Leider ist die langfristige Sicherheit dieser Produkte nicht bekannt, deshalb werden sie von den meisten Ärzten nicht empfohlen.

• Vorsicht beim Online-Kauf!

Eine rasche Websuche liefert unzählige Treffer für Mittel, die angeblich bei Erektionsstörungen und Impotenz helfen. Besonders hier ist Vorsicht geboten. Diese Mittel enthalten häufig verschreibungspflichtige Medikamente, die nicht auf dem Etikett aufgeführt sind, einschließlich des Wirkstoffs Sildenafil (Viagra). Dies kann zu schweren Nebenwirkungen führen, wenn das Medikament mit einem anderen Medikament interagiert, das Sie einnehmen. Immer wieder gibt es auch Online-Pillen, die schnelle und kostengünstige Hilfe ohne Rezept versprechen und mit extrem gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen gepanscht sind.

Einfache Tipps, mit denen Sie Ihr Risiko für Impotenz senken können

• Achten Sie auf körperliche Fitness und halten Sie ein gesundes Gewicht.
• Hören Sie mit dem Rauchen auf.
• Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum und halten Sie sich von anderen Drogen fern.
• Lassen Sie einen eventuellen Diabetes gut einstellen.

 

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