Wussten Sie schon?
Geändert am: 04. Februar 2018

Gefährliche Piercings

Written by menscore Published in Wussten Sie schon?
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Gefährliche Piercings © anetlanda - Fotolia.com

Immer mehr Menschen verändern ihren Körper – mit Piercings, Tattoos, Brandings, Elfenohren und vielem mehr aus dem Bereich Bodymodifying, um sich optisch von anderen zu unterscheiden. Nicht alles davon ist gesundheitlich unbedenklich, wie einige HNO-Ärzte jetzt warnen.

Körpermodifikationen liegen im Trend

Besonders an Nase und Ohren sind Abweichungen von der Norm derzeit sehr beliebt. Hier sind es vor allem Piercings und die Veränderung der Ohrenform, die häufig realisiert werden – vor allem junge Menschen folgen diesem Trend. Die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde sowie der Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. warnen aus diesem Grund eindringlich vor den möglichen Folgen dieser Veränderungen und raten allgemein von Modifikationen im Bereich von Ohren und Nase ab. Denn Komplikationen sind gar nicht so selten, wie sie vielleicht von den Studios versprochen werden, wenn sich junge Menschen für Body Modification (BodMods) oder Piercings interessieren.

Welche Komplikationen drohen?

Besonders das Knorpelgewebe, das an Ohren und Nase zu finden ist, wird bei diesen Eingriffen häufig geschädigt. Schwer heilende Wunden und sogar bleibende Schäden am Knorpel sind Komplikationen, die anschließend aufwendig mit plastischer Chirurgie korrigiert werden müssen. Lange wurden Piercings als völlig ungefährlich verkauft und gestochen. Die zahlreichen Komplikationen zeigen aber ein anderes Bild, wie z. B. Professor Andreas Naumann, der im Klinikum Bremen im HNO-Bereich für plastische OPs und Schmerztherapie zuständig ist, weiß. Besonders das Knorpelgewebe an Ohren und Nase sei sehr empfindlich und wenn die Knorpelhaut durch Piercings oder eine andere Art von Body Modification beschädigt wird, sei immer die Gefahr einer schweren Entzündung mit Folgeschäden möglich. Ein Risiko, dass seiner Meinung nach viel zu oft unterschätzt wird. Keime wie Bakterien und Viren haben es nach einem Eingriff und der Verletzung der schützenden Knorpelhaut oft sehr einfach, in die Wunde einzudringen und dort eine Infektion zu verursachen.

Strenge Hygiene muss eingehalten werden

Das Wichtigste ist die Hygiene – bei einem Eingriff müssen streng aseptische Bedingungen herrschen, damit Komplikationen nicht auftreten. Wird hier nicht einwandfrei gearbeitet, kann das Absterben von entzündetem Knorpelgewebe die Folge sein – oft auch mit optischen Folgen für das Äußere, die mit weiteren Eingriffen wieder behoben werden müssen oder den Betroffenen sogar dauerhaft entstellen. Narbenbildungen, eine deformierte Nase und Ohrmuschel oder sogar Amputationen können hier die Folge sein. Folgen, die nur von sehr erfahrenen plastischen Chirurgen aufwendig wieder behoben werden können.

Im Trend: Tunnelpiercings und Elfenohren

Auch sogenannte Tunnelpiercings gehören zu den Körpermodifikationen. Bei diesen wird ein Ohrloch mit einem Platzhalter immer weiter vergrößert, bis am Ende nur noch ein schmaler Hautring anstelle des Ohrläppchens vorhanden ist. Dieser Vorgang lässt sich leider nicht mehr so einfach rückgängig machen. Denn entfernt man das Tunnelpiercing, wächst das Loch aufgrund der extrem starken Dehnung nicht wieder zu, sodass auch hier ein chirurgischer Eingriff mit einer komplexen Rekonstruktion nötig wird.

Relativ neu ist der Trend, die eigenen Ohren zu Elfenohren umzugestalten. Hier wird oben am Rand ein Implantat in die Ohrmuschel eingesetzt, sodass es optisch an ein Elfenohr erinnert. Mögliche Komplikationen sind auch hier Entzündungen, Schmerzen und Taubheitsgefühle aufgrund der Schädigung des Knorpelgewebes, das im schlimmsten Fall dadurch sogar absterben kann. Auch in diesem Fall ist die Rekonstruktion sehr kompliziert.

 

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