Ejakulation
Geändert am: 10. Oktober 2014

Übermotiviert: Vorzeitige Ejakulation

Written by  menscore, Published in Ejakulation
Fachliche Beratung: Ärztliche Redaktion
 
Übermotiviert: Vorzeitige Ejakulation © lassedesignen - Fotolia.com

Auf dem Weg zum Gipfel droht oftmals der Absturz. So vermeiden Sie, dass es wieder heißt: "Leider zu schnell gekommen!" Damit Sex wieder mehr Spaß macht.

Ejaculatio praecox, so der medizinische Fachbegriff, ist neben Erektionsstörungen das häufigste sexuelle Problem von Männern. Meistens kommt es schon beim Vorspiel oder beim Einführen des Penis zum Samenerguss – ein für beide Partner befriedigender Beischlaf ist praktisch nicht möglich. In den meisten Fällen gibt es hierfür eine seelische Ursache in Form von Nervosität, Ängsten, Stress sowie Versagensangst oder Leistungsdruck. Und es kann eine Rolle spielen, wie lange das letzte Mal zurückliegt. Selten können auch organische Ursachen vorliegen. "So kann zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse zum vorzeitigen Orgasmus führen", sagt der Arzt Dr. Haydar Karatepe vom Sexualmedizinischen Zentrum in Frankfurt.

Lernprozess

Ist das Problem im Kopf angesiedelt, kann man mit der so genannten Start-Stopp-Technik trainieren, seinen Ejakulationsreflex zu kontrollieren. Masturbieren Sie – zuerst allein, später mit Partnerin –, und stoppen Sie kurz vor dem Höhepunkt. Drücken Sie dabei auf das Vorhautbändchen. Halten Sie kurz inne – bis die Spannung nachlässt –, und machen Sie dann weiter. Das Ganze wird drei- bis viermal wiederholt und mit einem Samenerguss abgeschlossen. Beherrschen Sie diese Technik, folgt der zweite Schritt – das Training während des Geschlechtsverkehrs: „Der Penis muss lernen, dass er sich in der Vagina bewegen kann, ohne zu ejakulieren“, rät der Münchner Psychologe und Autor Dr. Paul Kochenstein. Der Penis „soll nach dem Einführen zunächst ein paarmal so weit schrumpfen, dass er beinahe herausfloppt“, so der Experte. Das heißt schrumpfen lassen, ausfahren, schrumpfen lassen usw. Dazu dürfen anfangs keinerlei Bewegungen ausgeführt werden, die den Penis zum Ejakulieren reizen und den Orgasmus auslösen können. „Auf diese Weise wird der orgastische Reflex ‹dekonditioniert›“, erklärt Kochenstein.

Krisenmanagement:

Es ist nicht immer eine Katastrophe, wenn der Mann mal (wieder) Erster ist. Denn dann kann er sich voll und ganz auf seine Partnerin konzentrieren, mit Hand und Zunge. Allerdings: Einschlafen gilt nicht...

Arzt und Apotheker können helfen

In manchen Fällen können auch psychisch wirksame Medikamente (aus der Gruppe der Antidepressiva) oder betäubende Cremes das beschriebene Training unterstützen und die Versagensangst erfolgreich bekämpfen. Antidepressiva müssen allerdings von einem Arzt verschrieben werden, die lokal betäubenden Salben und Cremes gibt es in der Apotheke auch ohne Rezept.

  • Sertralin

Neuere Antidepressiva mit dem Wirkstoff Sertralin können die Zeit bis zum Samenerguss auf mehr als das Sechsfache steigern – im Schnitt von 0,9 auf 6 Minuten. „Es handelt sich dabei um eine Nebenwirkung dieser Medikamente. In ihrer Hauptwirkung bauen diese Wirkstoffe Ängste ab“, beschreibt Dr. Karatepe den Schlüssel zum Erfolg. Bereits nach zwei Wochen sind erste Erfolge zu beobachten, so der Experte. Nebenwirkungen wie Müdigkeit sind selten. Und: Eine koreanische Studie konnte zeigen, dass Sertralin sogar hilft, wenn es nur bei Bedarf – vier bis acht Stunden vor dem Sex – eingenommen wird. Ebenso gibt es andere Medikamente, z.B. Schmerzmittel, die nur bei Bedarf eingenommen werden brauchen. Mittlerweile ist auch ein Präparat auf dem Markt, das speziell gegen vorzeitige Ejakulation entwickelt wurde.

Schlägt die Therapie an, weicht die Versagensangst bald einer neuen Sicherheit. „Eine tolle Erfahrung für Betroffene“, so Karatepe, „wenn das männliche Selbstwertgefühl zurückkehrt.“ Die positive Folge: In Absprache mit dem Arzt kann die Dosierung des Medikaments in kleinen Schritten meist bis auf null reduziert werden.

  • Paroxetin

Antidepressiva mit dem Wirkstoff Paroxetin hatten bei 90 Prozent von 32 untersuchten Männern die erwünschte Wirkung erzielt: Sie konnten 15 bis 20 Minuten lang Geschlechtsverkehr haben, ohne vorzeitig zu ejakulieren, so das Ergebnis einer Studie des italienischen Urologen G.M. Ludovico. Die Nebenwirkungen, Schläfrigkeit und milde sensorische Störungen, verschwanden nach zwei bis drei Wochen.

Aber: Zwei bis drei Wochen nach Absetzen der Substanz schwand auch die erwünschte Wirkung.

  • Fluoxetin

Auch das Antidepressivum mit dem Wirkstoff Fluoxetin, das in den USA als Prozac populär ist, konnte in einer Studie, die im „Journal of Urology“ erschien, in 80 Prozent der Fälle die Ejakulation verzögern. Allerdings sind die möglichen Nebenwirkungen bei fast jedem Zweiten für Sex recht ungünstig: Denn 15 Prozent der Männer hatten nach Fluoxetin-Einnahme keine Lust mehr, 25 Prozent wurden sehr müde, und fünf Prozent konnten gar nicht mehr ejakulieren.

  • Lidocain und Prilocain

Emla, eine rezeptfrei erhältliche Creme mit den Wirkstoffen Lidocain und Prilocain, hat neun von zehn getesteten Kanadiern geholfen, ihren Höhepunkt um 10 bis 20 Minuten hinauszuzögern. Im Auftrag der Universität Toronto trugen die Testmänner die Betäubungs-Creme auf Eichel und Penis auf und zogen dann ein Kondom darüber, um eine Übertragung des Anästhetikums auf die Partnerin zu vermeiden. Das Medikament konnte dem Ejakulationsdruck des zehnten Kandidaten allerdings nicht standhalten.

Übrigens: In Apotheken sind mittlerweile Kondome erhältlich, deren Gleitmittel bereits ein Lokalanästhetikum enthalten.

 

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